Ist Heizen mit Strom wirklich teurer? Ein ehrlicher Kostenvergleich
"Mit Strom zu heizen ist doch unbezahlbar!" Diesen Satz hören wir in Beratungsgesprächen regelmäßig. Und tatsächlich kann das stimmen – allerdings nur dann, wenn falsch geheizt wird.
Genauso wie eine Gas- oder Ölheizung hohe Kosten verursacht, wenn man sie bei offenen Fenstern auf höchster Stufe laufen lässt, verhält es sich auch mit modernen Stromheizungen. Entscheidend ist am Ende nicht nur, womit geheizt wird, sondern vor allem: wie. Zwei echte Praxisbeispiele aus unserem Alltag zeigen, warum das Heizverhalten den wahren Unterschied macht.
Praxisbeispiel 1: Die unerwartete Nachzahlung
Stellen Sie sich vor, Sie nutzen Ihre Heizung dauerhaft ohne jede Form von Zeitsteuerung oder smarten Thermostaten, lassen die Räume konstant auf 25 °C aufheizen und haben zudem noch alte, schlecht isolierte Fenster in Ihrem Haus. Genau diese Ausgangslage führte bei einem realen Fallbeispiel dazu, dass die Heizung pausenlos auf Hochtouren lief. Die fehlende Regelung und der stetige Wärmeverlust durch die Fenster machten sich schmerzhaft bemerkbar.
Das ernüchternde Ergebnis am Ende des Jahres: Eine Strom-Nachzahlung in Höhe von stolzen 3.000 €.
Praxisbeispiel 2: Das Gegenbeispiel
Dass es auch völlig anders geht, zeigt unser zweites Beispiel. In einem Einfamilienhaus (Baujahr 1994) mit 160 m² Wohnfläche wurden die Räume auf behagliche 19 bis 20 °C temperiert. Dank einer intelligenten Steuerung lief die Heizung nur dann, wenn wirklich Bedarf bestand.
Das Resultat spricht für sich: Die jährlichen Stromkosten für die Infrarotheizung beliefen sich auf lediglich 693 €. Zuzüglich 300 € für gelegentliches Zuheizen mit Holz lagen die Gesamtheizkosten für das komplette Jahr bei überschaubaren 993 €.
Warum entstehen solche massiven Unterschiede?
Der Schlüssel zum Verständnis liegt in der Art der Wärmeübertragung. Eine klassische Konvektionsheizung erwärmt primär die Luft im Raum. Ihre Leistung ist oft systembedingt begrenzt; sie erwärmt die Raumluft mühsam auf etwa 22 bis 23 °C, danach ist bei vielen Systemen Schluss.
Eine Infrarotheizung hingegen funktioniert über direkte Strahlungswärme, ähnlich wie die Sonnenstrahlen. Sie erwärmt nicht zuerst die Luft, sondern direkt die Wände, Möbel und Personen im Raum. Dadurch schafft sie problemlos auch deutlich höhere Temperaturen von bis zu 30 °C, wenn man sie unreguliert laufen lässt.
Ein häufiger Denkfehler
Hier liegt das enorme Einsparpotenzial, aber auch die Gefahr für den unachtsamen Nutzer. Die Infrarotheizung an sich ist nicht teuer im Unterhalt. Teuer wird sie erst, wenn man sie falsch nutzt. Weil die Heizung so leistungsstark ist und sofort reagiert, entscheidet der Nutzer durch sein Heizverhalten maßgeblich über den Verbrauch. Wer die Heizung dauerhaft auf einer viel zu hohen Temperatur laufen lässt und auf smarte Thermostate verzichtet, verschwendet wertvolle Energie.
Fazit
Die Moral der Geschichte ist simpel: Beim Heizen mit Infrarot darf man das eigene Heizverhalten und das Mitdenken nicht vergessen. Wer eine Infrarotheizung mit einer intelligenten Raumsteuerung kombiniert, die Temperaturen bewusst wählt und nicht blindlings "zum Fenster hinaus" heizt, der profitiert von einem hocheffizienten, komfortablen und vor allem kostengünstigen Heizsystem.